Osttürkei - Georgien - Armenien

Veröffentlicht auf von Birgit+Reinhard Berger

Birgit's Reise nach Georgien und Armenien (6. bis 12. September 2010)

 

Kurz vor Schulanfang hatte ich Gelegenheit, mit der Evangelischen Gemeinde eine Reise mitmachen zu dürfen. Eine sehr gemischte Gruppe aus Theologen, Lehrerkollegen, Gemeindemitgliedern und Istanbul-Freunden traf sich am Montag, 6. September am Atatürk Flughafen in IST.  

Die Reise beginnt mit dem Flug nach Kars (Osttürkei), wo wir den Schnittpunkt zw. vielen verschiedenen Kulturen erleben können. Die Architektur wurde von armenischen, georgischen, griechischen, türkischen aber besonders durch russische Einflüsse geprägt. Über 72 verschiedene Sprachen bzw. Dialekte werden in der Umgebung gesprochen. Kars selbst ist bekannt für die Produktion von Käse, Honig und Teppichen, die Region gehört aber zu den ärmsten der Türkei, stellt aber geographisch ein wichtiges Tor zur Kaukasus Region dar. Orhan Pamuk's bekannter Roman Schnee spielt u.a.in dieser Stadt. 
Die Route führt uns weiter nach Ani, der ehemaligen Hauptstadt des armenischen Königreichs. Die historische Stadt, nunmehr im türkischen Staatsgebiet, ist seit 3 Jahrhunderten verlassen und liegt heute in Ruinen.

7867 Tiflis - St. Georgs-StatueNach mehrstündiger Fahrt erreichen wir Tiflis, die Hauptstadt Georgiens. Der Balkon Europas, wie die Bewohner ihre Heimat gern nennen, ist christlich geprägt, ein Großteil der Bevökerung gehört der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche an. Über 26 verschiedene Volksgruppen sprechen fast ebensoviele Sprachen. Beim Stadtrundgang beeindrucken die Altstadt, Metechi Kirche aus dem 13. Jhdt., die jüdische Synagoge, der Blick von der Festung, die Schwefelbäder, die Statue des Hl. Georg auf dem Großen Platz der Freiheit und die Geschichte der Hl. Nino, die Georgien bereits 327 christianisierte.


Die Einreise nach Armenien wird zu einem Nervenkitzel, denn einige Teilnehmer dürfen erst passieren, nachdem der Reiseleiter nach längerem Verhandeln über die Botschaft in Eriwan telefonisch ein Sondervisum beantragt hat. Die Überquerung der Grenzen ist sowieso jedes Mal ein Erlebnis der besonderen Art!

Armenien ist ein sehr ausgeprägtes Gebirgsland, 90% der Fläche liegen höher als 1000m. 94% der Bevölkerung gehören zur Armenisch Apostolischen Kirche, das orientalisch-orthodoxe Christentum spielt eine zentrale Rolle. Als erstes Land der Welt erhob im Jahre 301 das Christentum zur Staatsreligion !!!
Während des Ersten Weltkriegs fielen ca 1,5 Mio Westarmenier dem Völkermord zum Opfer, viele flohen - heute leben etwa zwei Drittel der ethnischen Armenier außerhalb des Landes, v.a. in Russland, Frankreich, USA und Kanada. Armenien profitiert heute von einer Vielzahl von Stiftungen der Diaspora.
Auch das schwere Erdbeben im Jahr 1988, der Zusammenbruch der UdSSR sowie die Konflikte mit den Nachbarländern belasten viele Regionen (noch immer) schwer. Die Armut ist v.a. in ländlichen Gebieten fast unbeschreiblich.
Der malerisch auf über 1900m gelegene Sewansee, einer der größten Hochgebirgsseen der Welt, wird zurecht als Blaue Perle Armeniens bezeichnet. In Eriwan, der Hauptstadt sehen wir u.a. das Zentralarchiv für alte Handschriften.

 

7982 Kloster Khorvirap mit AraratDer Höhepunkt ist aber zweifelsfrei der Besuch des Klosters Khorvirap am Fuße des 5165m hohen Ararat.

Wir genießen den einzigartigen Blick auf den jenseits der türkischen Grenze liegenden Heiligen Berg der Armenier , wo nach der Überlieferung die Arche Noah nach der Sintflut gelandet ist.

 

Etschmiadsin, die Stadt mit dem Sitz des armenischen Katholikos, ist das religiöse Zentrum des Landes. Beim anschließenden Besuch der Stadt Gyumri finden wir beim Gästehaus des Dt.Roten Kreuzes (Hotel Berlin) eine kleine, wohltuende Oase inmitten der Armut und Einfachheit.  

Sehr viele berührende Eindrücke, Beobachtungen, landestypische Speisen, nette Begegnungen und informative Gespräche, verbunden mit der Erklärung der geschichtlichen und politschen Zusammenhänge einer tollen Reiseleitung hinterließen ihre Spuren und machten diese Reise zu einem besonderen Erlebnis. Danke!

Mehr Fotos dazu im Fotoalbum yolculuk (rechte Spalte)

 

Birgit

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Familie

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