Der (Lykische) Weg ist das Ziel!

Veröffentlicht auf von Birgit+Reinhard Berger

Liebe Freunde!

 

2010-Xiberger-am-lykweg 8213Bevor es am 20. September mit der Schule in St. Georg los ging, beschloss ich, noch 2 Tage ein Stück des Lykischen Weges zu gehen.

Auf der einen Seite war es einmal eine Gelegenheit für mich auszuprobieren, wie es ist, so ganz alleine durch die Welt zu ziehen, auf der anderen Seite hab ich vom Lykischen Weg schon so viel gehört und auch gelesen, dass es praktisch an der Zeit war, sich auf den Weg zu machen. Da ich all die Eindrücke und Empfindungen unmöglich hier aufschreiben kann und auch möchte, werde ich für Interessierte meine 2 Etappen tagebuchartig mit ein paar Infos und Tipps festhalten. Ein paar Bilder findet ihr wieder auf der rechten Seite bei den Fotoalben.

 

1. Tag (Anreise nach Antalya):

Nach der Landung in Antalya geht es mit dem Havaş gleich weiter zum Yeni Otogar (10 TL), von dort finde ich - dank des freundlichen Personals - ohne Probleme einen Dolmuş nach Kumluca (10 TL). Um 20.00 Uhr bringt mich ein Taxi (50 TL) noch in die Blue Likya Pansion in Karaöz. Dank des Outdoorführers von Michael Hennemann, der hilfreich war, hatte ich eine Telefonnummer für die Anfrage, ob ich um diese Zeit noch auftauchen kann. Die Pension ist sauber und wartet förmlich auf den Ansturm auf den Lykischen Weg :-)

 

2. Tag:

2010-Xiberger-am-lykweg 8246

Um 08.00 Uhr geht es los Richtung Adrasan (23 km). Der Weg führt über das Kap Gelidonia, ganz im Süden von Lykien. Der Weg ist gut markiert und ich komme nach ca. 8 Stunden in Adrasan an.
Unterwegs treffe ich drei Gruppen mit insgesamt sieben Personen. Da ich nicht ganz alleine unterwegs bin, fühle ich mich gleich etwas sicherer. In Adrasan suche ich zuerst eine Unterkunft - es gibt genügend freie Pensionen bzw. Motels - dann entspanne ich mich im ca. 26 Grad warmen Meer. Die Füße sehen wirklich jämmerlich aus :-(  Nach dem Essen bin ich so müde, dass ich sofort ins Bett falle und so gut schlafe wie schon lange nicht mehr. Vorher kläre ich noch ab, ob ich am nächsten Tag schon um 07.30 Uhr ein Frühstück bekomme ........ kein Problem!

 

3. Tag:

Adrasan - Çıralı (18 km). Diese Etappe zeichnet sich dadurch aus, dass der Weg ausgesprochen schlecht markiert ist. Schon unmittelbar nach Adrasan verlaufe ich mich zwischen den Gewächshäusern. Die Angaben in meinem Führer sind etwas irreführend und die Bevölkerung ist auch nur bedingt hilfreich. Mit ein wenig Intuition finde ich dann doch noch den richtigen Weg. Bis zum Pass (ca. 3,5 h) sind dann die rot-weißen Markierungen relativ gut zu finden. Nach dem Pass Richtung Çıralı laufe ich auf vielen Wegen aber ganz sicher nicht auf dem Lykischen. Ein relativ steiler Abstieg durch das Unterholz lässt mich langsam zweifeln, ob ich überhaupt noch ankomme. Nicht nur einmal denke ich ans Umkehren. Ganz selten stoße ich auf sogenannte "Steinmännchen". Dann weiß ich zumindest, dass ich nicht der erste bin, der hier entlang gegangen ist. Nach einigen Umwegen lande ich doch noch wohlbehalten auf der Hauptstraße nach Olympos bzw. Çıralı.
Ich bin froh, dass ich aus den Schuhen herauskomme. Im Meer knabbern Fische meine geschundenen Füße an, so dass ich gleich wieder aus dem Wasser flüchte. Mit einem Dolmuş komme ich um 3 2010-Xiberger-am-lykweg 8291TL zur Hauptstraße (Anayolu) nach Antalya. Dort kommt nach 5 Minuten der nächste Bus, mit dem ich um 10 TL nach Antalya komme. Ich bin begeistert, wie perfekt dieses Bussystem funktioniert.
Nach einem Stadtbummel in Antalya, einem guten Abendessen und einem Frisörbesuch lande ich wieder total k.o. im Bett.

4. Tag:

Am Abend habe ich einen Termin in Istanbul. Deshalb bin ich schon um 12.00 Uhr am Flughafen in Antalya.
Das kurze Stück des Lykischen Weges hat mir ausgesprochen gut gefallen. Landschaftlich ein sehr schönes Teilstück. Viel Zeit zum Nachdenken, zum Türkisch lernen und ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ich bin diesen Weg sicher nicht zum letzten Mal gegangen und ich kann ihn wirklich allen empfehlen. Antalya lasse ich mit den Vorbereitungen auf das Oktoberfest gerne hinter mir. 

 

Reinhard

Veröffentlicht in Familie

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post

Michael Krämer 10/04/2010 17:21


Hallo Reinhard, da haben wir uns ja nur knapp verfehlt. Wir sind am 14.9 von Karakoy nach Adrasan marschiert. Allerdings haben wir am Leuchtturm übernachtet, wo uns Mücken, Ameisen und Wildschweine
geholfen haben, die Nacht zu verkürzen. Eine Woche zuvor sind wir von Kabak nach Patara in drei Tagen gewandert. Wegen der großen Hitze haben wir uns dann aber mehr dem Meer gewidmet. Ohne sich zu
verlaufen, gehts aber wirklich nicht. Auf Tour haben wir überhaupt niemanden getroffen, was sehr interessant war. In den Pensionen rotten sich aber alle "Lykier" sofort zusammen, was immer einen
sehr schönen Austausch ergab. Mein persönliches Fazit über den Weg: Kann man machen, muß man aber nicht.
LG Michael mit Corinna